Normen in der UHRENTECHNIK (Stand 12/2007)

Auch in der Uhrenindustrie wurde im Laufe der Zeit einiges, maßgeblich in Deutschland und in der Schweiz, genormt. Die für den Verbraucher wichtigsten Normen sind an den Anfang gestellt. Insgesamt ist diese Zusammenstellung sicher nicht vollständig! Und noch etwas: Diese Normen können, müssen aber nicht immer eingehalten sein, wenn sie nicht gesetzlich vorgeschrieben sind (z. B. Strahlensicherheit). Steht aber auf einer Uhr oder in deren Beschreibung Bezeichnungen wie: Stoßsicher nach NIHS 91-10, muss die Uhr auch entsprechend ausgestatet sein.

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Zur Geschichte der Stoßsicherung in mechanischen Kleinuhren

von Werner Winkler, Dresden
aus: UHREN UND SCHMUCK, 1973, BERLIN 27 (1990) 3 (S. 68 ff. u. 4 S. 121 ff.)
Hrsg. und Bearbeiter: Michael Stern ©, Berlin 2023

Der Artikel ergänzt das Buch: „Die Armband- und Taschenuhr in der Reparatur“.

Einleitung

Die nachfolgenden technikgeschichtlichen Ausführungen haben die Sicherung der Funktionsfähigkeit von mechanischen Kleinuhren bei von außen wirkenden Stößen zum Inhalt, d. h. von Armband- und Taschenuhren, deren Schwingsystem durch Unruh und Spiralfeder gebildet wird. Derartige Uhren werden seit mehreren Jahrhunderten gefertigt, wenn auch seit etwa 30 Jahren die Anzahl der mit solcherart mechanischen Schwingsystemen ausgerüsteten Uhren rapid abnimmt. Viele Jahrzehnte bemühten sich zunächst die mit handwerklichen Methoden arbeitenden Uhr”macher” und später die in der Industrie tätigen Konstrukteure, eine Sicherung der tragbaren Uhren gegen Stöße zu erreichen, da diese Stöße den Gang der Uhr beeinflussen oder zum Funktionsausfall des Zeitmessers führen können. Beispielsweise durch den Bruch oder die Deformation der Zapfen und/oder der Lagersteine. Selbst bei der besten und feinsten tragbaren Uhr wird der Gebrauchswert wesentlich verringert, wenn sie den täglich vorkommenden Einflüssen wie Stoß oder Fall nicht standzuhalten vermag.

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Teil 5/5: Die Chronologie der Zeitwaage

Ab ca. 1965, mit der Verbreitung der Quarzuhr, wurde das Interesse der Uhrmacher an ihren Fachzeitschriften immer geringer. Infolge dessen stellten immer mehr Uhrenzeitschriften ihr Erscheinen ein. Das hat natürlich auch Auswirkungen auf diesen Blog: Die Informationsdichte wird immer geringer und damit auch die hier verbreiteten Informationen unsicherer.



um 1972:
Zeitwaage Chronografic „Champion”, Greiner
Hier wurde ein Diagramm durch Funkenschreiber direkt auf einen Kontrollstreifen übertragen. Je nach Schrägstellung des Diagramms ließ sich ein Vor- oder Nachgehen ablesen. Andere Fehler äußerten sich durch Verschiebung und Unregelmäßigkeit einzelner Punkte des Diagramms. Für Großuhren war es
möglich, ein Kiemmikrofon anzuschließen.

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Teil 4/5: Die Chronologie der Zeitwaage

Auch in diesem Abschnitt über Zeitwaagen versuchen wir weiterhin, unser auf Zeitschriftenartikeln und darin enthaltenen Werbeanzeigen basierende Chronologie ab 1960 fortzusetzen:


um 1960:
Tiokoskop T 56, Stroboskopische Zeitwaage mit Lautsprecher von Bandelin

Tiokoskop T 56
Tiokoskop T 56
Mikrofon KM 5
Mikrofon KM 5
div. Mikrofone: MP 35, MP 36, MP 41
div. Mikrofone: MP 35, MP 36, MP 41

Das selbsttätig drehendes Mikrofon KM 5 mit Z 55/56 von Bandelin machte eine Umdrehung in 60 Sekunden. Die automatische Prüfung von Uhren in den verschiedenen Lagen ist ja der Wunsch aller Zeitwaagenbesitzer.
Das Zusatzteil Z 55/56 zum serienmäßigen Mikrofon KM 5 bewegte die Uhr um 360°. Die Drehbewegung des Mikrofons konnte ununterbrochen fortlaufen. Diese Prüfung ergab interessante Kurven, die wesentliche Erweiterung der Fehlererkennbarkeit bewirkten. Besonders wichtig war bei lagenabhängigen Uhren die Ermittlung der mittleren Ganggenauigkeit durch das selbsttätig drehende Mikrofon.

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Teil 3/5: Die Chronologie der Zeitwaage

Immer mehr Hersteller versuchen Zeitwaagen in den Markt zu bringen. Das Angebot wird schier unüberschaulich. Trotzdem wagen wir den Versuch, die Chronologie noch nach 1950 weiterzuführen.

Vorab aber weiter mit der Darstellung von Hr. Klein. Er setzt seinen Überblick aus Teil 2 fort:

Der Fa. RENO S.A. gelang es ihre Geräte weltweit bekannt zu machen, sodass der Name VIBROGRAF weltweit zum Inbegriff des Uhrenprüfgerätes wurde.
In Paris/Frankreich entwickelte und fertigte die Firma Henry Lepaute ebenfalls Uhrenprüfgeräte mit Papieraufzeichnung, sogenannte Funkenschreiber, mit dem Namen OSCILLOGRAF. Diese Firma fertigte ebenfalls ab ca. 1949/50 bis ca. 1962/63. Dann wurde sie als Konkurrent von der Fa. RENO S.A. gekauft und die Produktion eingestellt.
In West-Berlin wurden ab 1952/53 von Wilhelm Bandelin ebenfalls Uhrenprüfgeräte gebaut unter dern Namen TICK-O-GRAF. Die Firma wurde später in BANDELIN K.G. umbenannt. Neben Uhrenprüfgeräten fertigte sie auch Ultraschallgeräte. Die Produktion von Uhrenprüfgeräten wurde Mitte der 70-er Jahre eingestellt. Seither werden noch Ultraschallgeräte gefertigt.
Mitte der 50er Jahre übernahm mein Vater Helmut Klein den Vertrieb und Kundendienst der Fa. TICK-O-GRAF, BANDELIN, Berlin für Baden-Württemberg. Als ich 1961 wieder im elterlichen Betrieb mitarbeitete, begannen mein Vater und ich rnit der Entwicklung von eigenen Prüfgeräten. Zunächst waren es Amplitudenprüfgeräte mit dem Namen SELEMETER. Gleichzeitig übernahmen wir den Kundendienst für sämtliche Bandelin-Geräte für die Bundesrepublik. Im Jahr 1964 vereinbarten wir mit der Fa. RENO S.A., La Chaux-de-Fonds die Übernahme des Kundendienstes für ihre Produkte VIBROGRAF.

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Teil 2/5: Die Zeitwaage – eine Chronologie

Einleitung

In der frühen Entwicklungsphase der Zeitwaage lassen sie sich nur schwer einem bestimmten Entstehungsjahr zuordnen. So kamen etwa amerikanische Entwicklungen erst später auf den deutschen Markt und auf Firmenunterlagen, die eine genaue Datierung ermöglichen lässt sich nicht zugreifen. So blieb die Auswertung von Berichten und Werbeanzeigen in alten Uhrenzeitschriften, die eine ungefähre Datierung ermöglichen. Sehen Sie Jahreszahlen deshalb immer nur als Orientierung an. Weiterhin sind hier mit Sicherheit nicht alle “erfundenen” Zeitwaagen gelistet, nehmen Sie diese hier als eine exemplarische Auswahl.

Den ersten Bericht über Zeitwaagen fand ich in der DEUTSCHE UHRMACHER-ZEITUNG, Nr. 24, S. 302 ff., 1934. Dort wurde erstmals über eine Apparatur zur oszillographischen Untersuchung der Funktionen der Ankerhemmung berichtet, die 1927 vorgestellt wurde. Eine etwas andere Ausführung dieses Gerätes gab über die Ausgangsstufe des Verstärkers ein Lichtsignal aus, das im Takt des Hemmungsschlages aufblitzt. Dieser Blitz beleuchtete eine durch einem Synchronmotor rotierende Scheibe mit Zeiteinteilung. Durch die im Lichtblitz betrachtete Skalenwanderung kann der Gang der Uhr abgelesen werden.
Dieses stroboskopische Gerät wurde erstmals Zeitwaage getauft.

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Teil 1/5: Einführung – Wofür dient die „Zeitwaage“

Eine Zusammenstellung von Michael Stern©, Berlin 2023
Fotos und Darstellungen: eigene oder Jendritzki-Archiv©

Einleitung

Die Geschichte der Zeitwaage ist eine Geschichte der Präzision und Innovation in der Uhrmacherei. Von einfachen mechanischen Vorläufern bis hin zu hochmodernen elektronischen Geräten hat die Zeitwaage die Uhrmacherei auf ein neues Niveau der Genauigkeit gehoben. Sie bleibt ein unverzichtbares Werkzeug für Uhrmacher und Uhrmacherinnen, die bestrebt sind, mechanische Uhren auf höchstem Niveau zu fertigen und zu warten. In der heutigen Zeit, in der Präzision und Genauigkeit entscheidend sind, spielt die Zeitwaage eine zentrale Rolle in der Welt der Uhrmacherei.
Natürlich entspricht die deutsche Bezeichnung „Zeitwaage“ wenig dem Zweck des Apparates. Die englische Sprache bezeichnet ihn mit „timing machine“ oder auch „watch-rate-recorder“ und in der französischen Sprache wird er „chrono-comparateur“ genannt.

Unter den Begriff „Zeitwaage” fallen heute alle Uhrenprüfgeräte die eine schnelle Kontrolle des Uhrganges und das Erkennen von Gang- und Werkfehlern gestatten. So ist es z. B. mit diesen Geräten möglich, schon innerhalb weniger Minuten das momentane Gangverhalten der Uhren bei verschiedenen Lagen, Aufzugzuständen und Temperaturen festzustellen und bei richtiger Deutung der Anzeige bzw. des erhaltenen Diagramms den wirklichen Gang über 24 Stunden mit ausreichender Genauigkeit anzugeben. Die Zeitabnahme von der Prüfuhr erfolgt bei allen Zeitwaagen mittels Mikrophon, welches das Tickgeräusch überträgt. Das Zeitnormal zum Vergleich kann eine genaugehende Normaluhr, eine Stimmgabel oder ein Schwingquarz sein.

Eine Zeitwaage ist also ein spezielles Instrument, das verwendet wird, um die Ganggenauigkeit von mechanischen Uhren zu prüfen. Ihr Sinn und Zweck des Gerätes liegen in der Überwachung und Optimierung der Zeitmessung von Uhren. Die Hauptfunktionen und Gründe für die Verwendung einer Zeitwaage sind:

  1. Prüfen der Ganggenauigkeit: Die Zeitwaage überprüft die Ganggenauigkeit einer Uhr, indem sie die Anzahl der Schwingungen oder Schläge pro Zeiteinheit des Uhrwerks erfasst. Dies ermöglicht es, die tatsächliche Zeitabweichung der Uhr von der exakten Zeit zu quantifizieren.
  2. Regulierung von Uhrwerken: Mit den Informationen, die durch die Zeitwaage gewonnen werden, können Uhrmacher und Techniker die Abweichungen in der Ganggenauigkeit identifizieren und die Uhrwerke entsprechend regulieren, um die Uhr genauer zu machen.
  3. Diagnose von Problemen: Wenn eine Uhr Gangungenauigkeiten oder andere Probleme aufweist, kann die Zeitwaage dazu beitragen, die Ursache für diese Probleme zu identifizieren. Dies ist wichtig für die Reparatur und bei der Wartung von Uhren.
  4. Qualitätskontrolle: In der Uhrenindustrie wird eine Zeitwaage bei der Qualitätskontrolle von neuen Uhren eingesetzt, um sicherzustellen, dass sie den gewünschten Genauigkeitsstandards entsprechen.
  5. Historische Dokumentation: Die Daten, die von einer Zeitwaage generiert werden, können für historische oder archivarische Zwecke verwendet werden, um die Entwicklung und Ganggenauigkeit einer Uhr im Laufe der Zeit zu verfolgen.

HINWEIS: Diese Dokumentation ist mit Hilfe des umfangreichen digitalen Archivs der Deutschen Gesellschaft für Chronometrie e. V. entstanden.

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Wasserdichte Uhren

von Dipl.-lng. G. Krug; Ing. K. Mleinek, Ruhla, in UHREN UNO SCHMUCK 10 (1973) 3, S. 74 ff.
Hrsg. und Bearbeiter: M. Stern, Berlin 2023 ©

Hinweis:
Beachten Sie bitte, dass dieser Artikel in der damaligen DDR geschrieben wurde. Allerdings lassen sich dessen Inhalte durchaus verallgemeinern, wenn man von rechtlichen Gesichtspunkten und der angegebenen Normung absieht. Weiterhin hat der Hrsg. die Druckeinheit at gegen bar (100.000 Pascal) ausgetauscht. Der Artikel ergänzt das Buch: „Die Armband- und Taschenuhr in der Reparatur“.

Mit dem Abschluss der technischen Entwicklung der mechanischen Uhr hat sich das Schwergewicht der Entwicklung auf die Ausstattungen der Uhren verlegt. Die Entwicklungsarbeiten beschäftigen sich in der Hauptsache mit einer Erhöhung des Gebrauchswertes der Ausstattungen. Eine mögliche Gebrauchswertsteigerung ist die Verbesserung der Dichtheit der Uhrgehäuse.
Die Uhrenindustrie der DDR hat sich bei ihren Entwicklungsarbeiten von den wirklichen gebrauchswerterhöhenden Forderungen leiten lassen und daraus die notwendigen Eigenschaften solcher Uhrgehäuse abgeleitet.
Die notwendigen Gebrauchseigenschaften dieser Gehäusekategorien werden durch die biologisch bedingten Möglichkeiten des Menschen mitbestimmt und sind in Tafel 1 zusammengestellt. Da der Druck auf einen im Wasser befindlichen Körper von 10 m zu 10 m Tiefe um jeweils ca. 1 bar (100.000 Pascal) ansteigt, ist leicht auszurechnen, dass in einer Wassertiefe von 200 m ein Druck von ca. 20 bar auf die Uhr einwirkt. Damit ist die Grenze der Druckfestigkeit einer Uhr mit wasserdichtem Gehäuse festgelegt.

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