Auch: Handbuch für Landuhrmacher

Auch: Handbuch für Landuhrmacher
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Art.Nr.: F11

Titel

Handbuch für Landuhrmacher
leichtfaßliche Anleitung, wie man, vom geringsten bis zum schwersten Stücke, und stufenweise, bis zur Vollkommenheit eine Taschenuhr bauen muß, wie man die Uhr gehörig auseinander nimmt, wieder zusammensetzt, sie gründlich repariert und abzieht, stellt, reguliert u.s.w; nebst einer vollständigen Beschreibung der hierzu nöthigen Werkzeuge.

Autor

Jacob Auch (Weimar 1858, 2. Aufl.)

Beschreibung

Wir freuen uns, mit der Wiederauflage dieses Buches wieder ein kleines Stück Uhrmachergeschichte zugänglich gemacht zu haben.
Der "Auch" ist ein unverzichtbarer Meilenstein in der Beschreibung der elementaren Uhrenreparatur. In einer gut verständlichen Sprache beschreibt er alle wichtigen Arbeitsschritte und Werkzeuge für die Uhrenreparatur. Jeder Uhrenfreund mit Werkstatt wird für diese Ausführungen dankbar sein.

Nachfolgend eine Rezension von Dr. Bernhard Huber, DGC e.V.

"Jacob Auch, geb. 1765 in Echterdingen, war bis 1787 einer der geschicktesten Schüler von Philipp Matthäus Hahn und fertigte viele Taschenuhren im Stil seines Meisters. Sein engagiertes Buch erschien erstmalig 1828 und ist heute ein unverzichtbarer Meilenstein in der Beschreibung der elementaren Uhrenreparatur. In einer gut verständlichen Sprache beschreibt er alle wichtigen Arbeitsschritte und Werkzeuge für die Uhrenreparatur. Und wie zu dieser Zeit üblich mussten ja alle verschlissenen Teile durch neu angefertigte ersetzt werden. Und genau diese Beschreibungen für den "Gehilfen" machen das Buch so unverzichtbar. Jeder Uhrenfreund mit Werkstatt wird für diese Ausführungen dankbar sein.

Ein Buch gegen den Pfusch in der Kleinuhrmacherei wollte Jacob Auch Mitte des neunzehnten Jahrhunderts schreiben und dabei systematisch von den "ersten Begriffen und Handgriffen" bis ins "höhere Wesen der Mechanik" vorgehen. Hintergrund dafür war der erste Strukturwandel im Uhrenbau: Kleinuhren kamen zunehmend nicht mehr von den Uhrmachern am Ort, sondern aus Manufakturen und Fabriken. Das Ergebnis waren häufig mangelhafte Uhren, vor allem wegen fehlender Normung der Teile, mangels fehlender Toleranzvorgaben für die Fabrikation und deshalb auch fehlender Qualitätskontrolle in der Endprüfung. Der örtliche Uhrmacher musste die Uhren daher vor dem Verkauf erst einmal nacharbeiten ("abziehen2 hieß das), wenn er nicht seinen guten Ruf und damit Kundschaft verlieren wollte. Zum anderen war durch eben diesen Strukturwandel der Beruf des Uhrmachers quasi in Verruf geraten. Er durchlebte einen Abstieg vom Verfertiger zum bloßen Reparateur, und darunter litt auch die Ausbildung zukünftiger Uhrmacher. Hier setzt Auch mit seinem Buch an.

Da es noch keinen Furniturenhandel gab, musste der Reparateur in der Lage sein, alle Teile der Taschenuhr selbst herzustellen, um Schadhaftes ersetzen zu können, wenn es denn nicht mehr zu reparieren war (wobei man allerdings möglichst der Reparatur den Vorzug vor dem Austausch gab). Die vorherrschenden Taschenuhren der Zeit waren Spindeluhren mit Schnecke und darum sind sie Gegenstand des Buches. Mit Spindeluhren weiß der heutige Uhrmacher oder ehrgeizige Amateur mit professionellen Ansprüchen aber schon deshalb nicht so gut umzugehen, weil sie vergleichsweise selten geworden sind und in den Lehrbüchern seit Ende des neunzehnten Jahrhunderts keinen Raum mehr finden. Diese Lücke schließt der Nachdruck des Auch'schen Buches.

Jedes Teil einer Spindeltaschenuhr und seine Anfertigung werden beschrieben, und wo es nötig erscheint, wird auf die Anfertigung der erforderlichen oder nützlichen Werkzeuge eingegangen. Im Buch wird nichts vorausgesetzt, sondern alles im Zusammenhang mit dem Aufbau der Uhr erklärt. Dem nicht professionellen Uhrmacher (und wahrscheinlich nicht nur ihm) wird dadurch ein Weg gewiesen, eine Spindeltaschenuhr zu reparieren. Und da das Buch von der damals mangelhaften Versorgung mit Furnituren und Werkzeugen ausgeht, kommt dies dem heutigen nebenberuflichen Uhrmacher sehr entgegen, der ebenfalls zunehmend unter diesem Problem leidet (allerdings aus ganz anderen Gründen als seinerzeit!). Er wird in Stand gesetzt, sich trotz begrenzter Ressourcen ein großes Stück weit selbst zu helfen, wenn er denn bereit ist, die erforderliche Zeit aufzubringen. Eigentlich überflüssig anzumerken, dass die dabei gewonnenen Kompetenzen nicht nur zu einem besseren Verständnis führen für Leistungen und Fehlleistungen früherer Kollegen, sondern auch durch die relative Unabhängigkeit von etwa fehlenden Teilen an einer Uhr zu einer größeren Freiheit und damit Sicherheit in der Ausführung einer Reparatur.

Dem Verlag Historische Uhrenbücher ist es zu verdanken, dass wieder ein hervorragendes Reprint eines seltenen Buchs verfügbar wurde. Den dazugehörigen Arbeitsaufwand kann nur ermessen, wer das zugrunde liegende Original in sehr schlechtem Zustand gesehen hat und jetzt mit der perfekten Neuauflage vergleichen kann. Die verwendete Frakturschrift wurde aufwändig wieder hergestellt und die Tafeln digital nachgearbeitet. Diese befinden sich jetzt auf mehrere Seiten aufgeteilt am Ende des Buches in Originalgröße. Jeweils auf der gegenüberliegenden Seite finden sich die Beschreibungen der Abbildungen noch einmal abgedruckt, um lästiges Umblättern zu vermeiden."

Inhaltsverzeichnis und einige Probeseiten  
(ca. 200 kB/ reduzierte Auflösung / AcrobatReader ab 4.0)

 ISBN 978-3-9810461-5-1
 
Reprint Berlin 2007 auf ca. 312 S., 36 Abb.
Hardcover, Fadenheftung, runder Rücken, einzeln eingeschweißt

Format 11,5 x 17 cm

 

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